Maria Stoll-Berberich, geb. Zehnbauer (1913 - 2000)
Maria Zehnbauer (Bensheim 17. September 1913 - Bensheim 14. August 2000) war das fünfte von sechs Kindern der Eheleute Johann Heinrich und Franziska Zehnbauer, geb. Schumann und erlebte den Ersten Weltkrieg als Zeit, in der die Familie ohne Vater die kleine Landwirtschaft stemmen musste. Das Leben war von Einfachheit und harter Arbeit geprägt und so wuchs Maria als Kind auf, welches in der Natur und in der Heimat ihre Freizeit verbrachte. Bis ins hohe Alter blieb sie im Odenwaldclub aktiv und liebte ihren Garten mit all dem selbstangebauten Gemüse und Obst. Ein echtes Naturkind.
Ausbildung - Bankkauffrau
Ihre Schulzeit verlief erfolgreich und dank ihres sehr soliden Schulabschlussses konnte sie im ortsansässigen Bankhaus Rosenfelder und Bauer ihre Ausbildung ablegen und als Bankkauffrau dort arbeiten. Ein Beruf, der ihr sehr lag und der ihr auch in vielen weiteren Situationen später von Nutzen sein sollte, verwaltete sie doch den Haushalt in allen Belangen. Eine Tätigkeit, die ihrem späteren Ehemann Egon nicht so lag. Zahlen waren einfach ihr Ding.Ehe und Familie
Die selbstbewusste Maria konnte aufgrund ihrer sportlichen und lebensfrohen Art überzeugen und einem gefiel sie besonders gut. Egon Berberich heiratete sie 1939 - allerdings musste die Hochzeit aufgrund eines Absturzes des jungen Fliegers verschoben werden - und beide zogen nach Thamsbrück, da hier der Standort des jungen Soldaten lag. Während des Krieges - die Familie war dank der Geburt der zwei Kinder Sigrid und Jürgen auf vier Personen angewachsen - mehrfach um. Man wohnte in Bad Langensalza und und bangte, dass der Vater gesund von der Front zurückkehrte.Flucht gen Westen
Der Krieg war aus, die Familie wohnte in Bad Langensalza und der plötzliche Rückzug der amerikanischen Truppen mit der daraus resultierende Übergabe Mitteldeutschlands an die Sowjetunion machte eine Flucht nach Bensheim notwendig. Knapp war es... aber geschafft.Nachkriegszeit - Enthalsamkeit
Auf engstem Raum und unter einfachsten Umständen hauste die Familie mit Flüchtlingen im großelterlichen Wohnhaus und man lebte von Lebensmittelmarken und einfachen Tätigkeiten bei den US-Truppen und in Firmen, die langsam aus den Trümmern wieder aufgebaut wurden.Das Wirtschaftswunder
Erst Mitte der 1950er Jahre normalisiert sich der Alltag. Der Ehemann ist beruflich abgesichert, die Kinder auf den weiterbildenden Schulen angekommen und das Haus gehört wieder vollständig der Familie. Der erste Urlaub in Italien, erste Luxusgüter wie Radio und Kühlschrank halten Einzug und man unternimmt viel mit Freunden.Freiheit und Pension
Maria kommt erst spät zu der ersehnten Freiheit, als sie mit ihrem Mann nach Troisdorf zieht, weil dieser dort beruflich eingesetzt wird. Man wohnt in einem modernen Reihenhaus und entzieht sich auch so der Einflussnahme der sehr bestimmenden Schwiegermutter. Vielleicht mag dadurch der sehr späte Entschluss entstanden sein, nach der Pensionierung wieder in Bensheim sesshaft zu werden und ein neues Zuhause in der alten Heimat zu planen. Maria ist voller Tatendrang und kann ihre kaufmännischen Fähigkeiten ausspielen. Sie ist die treibende Kraft hinter dem Neubau... sie organisiert, kalkuliert und plant. Es soll alles perfekt sein...

